IAA Transportation 2026: Jetzt wird geliefert

Die IAA Transportation gilt als weltweit wichtigster Branchentreff der Nutzfahrzeugindustrie. In diesem Jahr werden rund 1800 Aussteller – ein Drittel der Unternehmen ist zum ersten Mal in Hannover dabei – auf knapp 400.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ihre Neuheiten vorstellen. Vom vollelektrischen Schwerlast-Lkw über clevere Transportlösungen für Handwerker bis hin zu autonomen Logistiksystemen wird es auf den Messeständen etliche Ideen für die Zukunft des Transportwesens geben.

Die wesentlichen Trends der Messe sind bereits im Vorfeld erkennbar: Bei zahlreichen Innovationen geht es um klimaneutrale und digitale Mobilitätslösungen für die Transport- und Logistikbranche, und es rücken immer mehr Lösungen zum autonomen Fahren ins Rampenlicht. Außerdem gibt es etliche Möglichkeiten, neue Technologien in der Praxis zu erleben: 17 Unternehmen stellen insgesamt 84 Fahrzeuge für Probefahrten auf dem Messegelände und im öffentlichen Straßenverkehr bereit. Erstmals gibt es gleich drei Abfahrtspunkte auf der Messe, um die Testfahrten so eng und reibungslos wie möglich staffeln zu können.

Zu den Giganten und damit zu den wichtigsten Anziehungspunkten der IAA Transportation zählen nach wie vor die Schwerlast-Lkw. Auch in diesem Jahr gibt es reichlich Zuwachs in der Riege der 40-Tonner. Daimler Truck beispielsweise stellt erstmals den Elektro-Lkw e-Actros 600 als sogenannten Lowliner vor, also quasi als tiefergelegten Sattelschlepper, der insbesondere für Autotransporte unverzichtbar ist. Ebenso zeigt das Unternehmen den Wasserstoff-Lkw NextGenH2 Truck, von dem ab Jahresende eine Kleinserie von 100 Fahrzeugen an Kunden ausgeliefert wird.

Auch Volvo, MAN, Renault, Tesla sowie mindestens ein halbes Dutzend chinesischer Hersteller – darunter Superpanther, Farizon, Sinotruk und erstmals auch BYD – haben für die IAA Nutzfahrzeuge neue, vollelektrische Lkw angekündigt. Parallel setzen zumindest große europäischen Akteure auf eine Wasserstoff-Zukunft. So wird in Hannover eine Initiative vorgestellt, deren Ziel ein Wasserstoff-Ökosystem für den Güterfernverkehr ist. Mit dabei sind Daimler, Volvo, Toyota, Bosch sowie zahlreiche weitere Unternehmen.

Unter dem Messemotto „We deliver“ („Wir liefern“) präsentieren Hersteller wie Ford, VW, Stellantis, Kia, Toyota und Mercedes neue Transporter und Ideen für Handwerker und Servicedienstleister. Dabei geht es einerseits um Modelle wie den elektrischen Ford Transit City, die Weltpremiere des vollelektrischen Kia PV7 oder den Pick-up Toyota Hilux, der vor allem für Betriebe aus der Baubranche interessant sein dürfte. Dazu kommen Fahrzeuge wie der Fiat Doblò Easy Pro, der ab diesen Tagen bestellbare Citroën Berlingo First sowie dessen Opel-Pendant Combo Start; und der Mutterkonzern Stellantis enthüllt „Box-on-Wheels“, ein autonomes Konzeptfahrzeug für die letzte Meile. Mercedes-Benz Vans stellt die neue, modulare Van-Elektro-Architektur VAN.EA vor, VW Nutzfahrzeuge zeigt den überarbeiteten Caddy, und Nissan stellt mehrere Ausbauvarianten der Baureihen Townstar, Primastar und Interstar vor.

Ein Neuheitenfeuerwerk zünden auch die Zulieferer, die mit knapp 800 Unternehmen etwa die Hälfte aller Aussteller ausmachen. Bosch etwa stellt eine neue elektrische Antriebsachse, die „Rigid eAxle“ vor, bei der es sich um eine Starrachse handelt, die in Nutzfahrzeugen von 18 bis 49 Tonnen zum Einsatz kommen kann. ZF wiederum setzt auf eine Hybridvariante, und zwar den neuen Antrieb Traxon 2 Hybrid, der sich für Nutzfahrzeuge mit Voll- oder Plug-in-Hybridantrieb eignet. Der britische Elektromaschinen-Spezialist AEM zeigt in Hannover sein bislang stärkstes Stück: eine E-Maschine für Schwerlast-Anwendungen. Und Phinia, ebenfalls aus Großbritannien, wird einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor für leichte Nutzfahrzeuge präsentieren.

Auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Messe betonte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), die wirtschaftliche Bedeutung des Transportgewerbes. „Die Logistikbranche liefert jeden Tag und hält Deutschland und Europa am Laufen“, sagte sie. „Die Automobilindustrie schafft die Voraussetzungen, dass diese Logistik klimaneutral und digital weiterentwickelt werden kann.“

Schon wenige Zahlen verdeutlichen, wie entscheidend Innovationen in diesem Bereich sein können. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 20 Milliarden Kilometer im Straßengüterverkehr zurückgelegt und dabei rund 2,8 Milliarden Tonnen Güter transportiert. (aum)


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Bilder zum Artikel

Kia-Studie PV7 Concept auf der IAA Transportation 2024.

Kia-Studie PV7 Concept auf der IAA Transportation 2024.

Photo: Autoren-Union Mobilität/Kia


Volvo FH Aero Electric.

Volvo FH Aero Electric.

Photo: Volvo Trucks via Autoren-Union Mobilität


Mercedes-Benz e-Actros Lowliner.

Mercedes-Benz e-Actros Lowliner.

Photo: Daimler Truck via Autoren-Union Mobilität


Mercedes-Benz Next GenH2 Truck.

Mercedes-Benz Next GenH2 Truck.

Photo: Daimler Truck via Autoren-Union Mobilität


Der erste Superpanther e-Topas 600 aus dem Steyr-Werk in Österreich geht an DHL Freight.

Der erste Superpanther e-Topas 600 aus dem Steyr-Werk in Österreich geht an DHL Freight.

Photo: DHL via Autoren-Union Mobilität


VW Caddy Cargo.

VW Caddy Cargo.

Photo: Volkswagen via Autoren-Union Mobilität


Opel Combo Start.

Opel Combo Start.

Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität


Fiat Doblò Easypro.

Fiat Doblò Easypro.

Photo: Stellantis via Autoren-Union Mobilität


Nissan Primastar mit Kühlausbau.

Nissan Primastar mit Kühlausbau.

Photo: Nissan via Autoren-Union Mobilität


Ford Transit City.

Ford Transit City.

Photo: Ford via Autoren-Union Mobilität


Toyota Hilux Hybrid.

Toyota Hilux Hybrid.

Photo: Toyota via Autoren-Union Mobilität


Lkw-Getriebe Traxon 2 von ZF.

Lkw-Getriebe Traxon 2 von ZF.

Photo: ZF via Autoren-Union Mobilität