Fahrbericht Mash Fifty: Zurück in die Jugend
26. Juli 2026 Von Jens Riedel
Schon bei ihrem Anblick schlagen die Herzen älterer Motorradfahrer höher: Da steht ein Motorrad wie aus dem Bilderbuch. Viel Chrom, traditionelle Speichenräder und eine Sitzbank mit Höcker. Über den Tank erstreckt sich ein hübscher schwarzer Streifen mit „Fifty“-Schriftzug. Und im Rahmen steckt ein noch luftgekühlter Motor mit einer Einspritzanlage, die zumindest auf der rechten Seite wie ein guter alter Vergaser aussieht. Keine Frage: Die Mash Fifty katapultiert den Betrachter vier oder fünf Jahrzehnte zurück. Silver Ager werden da für einen Moment wieder zum Teenager.
Wo früher Blech war, ist an der Fifty auch heute Blech. Dazu kommen klassische Bullet-Blinker, für die es zwei grüne separate Kontrolllämpchen gibt, wie sie genauso auch früher an einer Kreidler, Zündapp oder Hercules zu finden waren. Herrlich. Natürlich arbeitet der Tachometer analog und selbst das gute alte Stellrädchen zum Zurücksetzen des mechanischen Tageskilometerzählers ist noch da. Selbst den Hauptständer hat der französisch-chinesische Hersteller nicht vergessen. Nur auf ein seitliches, separates Lenkradschloss muss der Fahrer verzichten – nicht aber auf einen Kickstarter. Motorradfahrer alter Schule verzichten da aus nostalgischen Gefühlen heraus nur allzu gerne auf die Betätigung des ebenfalls vorhandenen elektrischen Starters. Ehrensache. Oldschool vom Feinsten.
Zugeständnis an die Moderne sind die digitale Ganganzeige im Rundinstrument sowie die Motorkontrollleuchte, die Reserve- und die Fernlichtanzeige. Das war’s aber auch schon. Apropos Reserveleuchte. Sie ist nicht ganz blendfrei und erweckt unter Sonneneinstrahlung hin und wieder flüchtig den Eindruck, aufzuleuchten.
Der erste Gang ist recht kurz übersetzt, aber bei 20 km/h kann man ohnehin bereits im dritten und ab etwa Tempo 25 schon im vierten fahren. Die Tachonadel bleibt am Ende gnadenlos über dem roten Strich in der Mitte zwischen 40 und 50 km/h hängen. Da ist nichts zu wollen. Dennoch kommt in Schräglage durchaus eine gewisse Portion Fahrspaß auf.
Das alles würde sich natürlich noch etwas besser anfühlen, wenn der Gesetzgeber den nicht unumstrittenen Schlussstrich für Kleinkrafträder nicht bei 45 km/h gesetzt hätte, sondern noch mindestens fünf Stundenkilometer mehr draufgepackt hätte, wie es einige Experten seinerzeit ohnehin auch aus Gründen der Verkehrssicherheit empfohlen hatten. Da würde diese Fahrzeuggattung auch etwas besser im Stadtverkehr mitschwimmen können. Seitens der FDP wurden jüngst ja sogar 60 km/h (auch für die Microcars) ins Gespräch gebracht, wie es seinerzeit auch in der DDR üblich war. Andererseits gehört zur Wahrheit auch, dass Mopeds und Mokicks früher in der Bundesrepublik noch langsamer unterwegs waren: Ihre Höchstgeschwindigkeit war auf 40 km/h begrenzt.
Und da wir gerade wieder am Anfang sind: Die Fifty lässt sich übrigens auch auf 25 km/h zum Mofa drosseln. Willkommen zurück in der Jugend. (aum)
Daten Mash Fifty
Antrieb: 1-Zyl., 49 ccm, luftgekühlt, Kette, 4 Gänge
Leistung: 2,1 kW / 2,9 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Tankinhalt: 12 Liter
Sitzhöhe: 780 mm
Gewicht: 105 kg
Normverbrauch: 1,8 l/100 km
CO2-Emissionen: 40 g/km
Bereifung: 90/90-18 (v.), 3.25-18 (h.)
Preis: 2679 Euro
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Mash Fifty.
Photo: Autoren-Union Mobilität
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