Amble One: Irgendwo zwischen Strandbuggy und Mondmobil
3. Juli 2026 Von Jürgen Pander
„Ich weiß nicht genau, was das ist, aber ich will es haben!“ Wenn einem beim Anblick des Amble One dieser Gedanke durch den Kopf zuckt, hat Julian Hönig sein Ziel erreicht. Hönig, 1976 im österreichischen Graz geboren, ist Designer. Er arbeitete für Audi, für Apple und er ist Mitgründer der Firma Driveamble, die jetzt dieses außergewöhnliche Mobil auf die Räder gestellt hat.
Aber was genau ist das jetzt eigentlich? Darauf gibt es mehrere Antworten. Nach den Vorgaben der EU-Zulassungsregularien handelt es sich um ein Elektrofahrzeug der Klasse L7e. Der 3,20 Meter lange und knapp 450 Kilogramm schwere Amble One hat also eine Straßenzulassung und darf im öffentlichen Verkehr mitmischen. Die E-Maschine leistet 15 kW (20 PS), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 65 km/h und die Reichweite, die der 11-kWh-Lithium-Ionen-Akku ermöglicht, soll bei mehr als 100 Kilometer liegen.
Mit diesen Eckpunkten will sich der Amble One als Nachbarschaftsfahrzeug, Strandflitzer, Spaßmobil oder Hotel-Shuttle empfehlen. Ab den späten 50er-Jahren lagen solche Dolce-Vita-Autos schon einmal im Trend: Als Strandautos sorgten Fiat 500 Jolly (ab 1958), Mini Moke (ab 1964) oder Citroën Méhari (ab 1968) in Jet-Set-Ferienregionen für Furore. Diesen Spuren soll der Amble One folgen. Die ersten Fahrzeuge – die Rede ist von rund 500 Modellen – werden jedenfalls an Hotels und Luxus-Ressorts ausgeliefert; darunter das Amangiri-Ressort im US-Staat Utah, das Boutique-Hotel Mustique Island in der Karibik, oder das portugiesische Nobel-Hotel Na Praia.
In Portugal, genauer im Luxushotel São Lourenco do Barrocal im Alentejo, entstand auch die Idee zum Amble One. Denn José António Uva, Ex-Investmentbanker und Hotelier, suchte für seine Gäste nach einem passenden Gefährt, um über das 780 Hektar große Anwesen mit Weinbergen, Olivenhainen und Weideflächen zu flanieren. Klapprige Golfkarts jedenfalls waren ihm zu unkomfortabel, zu wenig repräsentativ. Dann kam ins Spiel, was manche Menschen Zufall nennen, andere Glück, wieder andere Vorsehung. Jedenfalls liefen sich Uva und Hönig in Lissabon über den Weg, kamen ins Gespräch und irgendwann auf das Thema stilvolles Hotel-Shuttle.
Die Arbeiten am Fahrzeug begannen im Frühjahr 2021. Die Basis bildet eine simple Plattform mit jeweils 28 Zoll großen Rädern an den vier Ecken des Mobils. Der Aufbau ist maximal offen und flexibel: Vorn und hinten gibt es Flachglasscheiben in einem Aluminiumrahmen. Die Konfiguration der Ledersitze ist variabel von vier bis sechs Plätzen, über dem Innenraum spannt sich ein Verdeck aus Baumwollgewebe, der Lenkradkranz ist mit Kork überzogen. Je nach Einsatzzweck kann das Amble One als Shuttle, Pick-up oder Minitransporter geordert werden. Der Preis des Fahrzeugs beginnt bei 20.000 Euro netto.
Im kommenden Jahr sollen die Auslieferungen des ebenso schlichten wie anziehenden Sommermobils beginnen. Im Jahr 2028 dann werden die Fahrzeuge folgen, die für den Betrieb auf öffentlichen Straßen zugelassen sind, und die nach den Vorstellungen seiner Macher in sonnigen Urlaubsregionen für mehr Flair, Eleganz und Fahrspaß sorgen sollen. Die Fertigung des Amble One wird derzeit vorbereitet. Wo genau, ist noch geheim. Fest steht jedoch, dass der exquisite Stromer in Europa gebaut werden wird, vieles deutet auf Portugal hin.
Die Pläne des Unternehmens gehen schon viel weiter. Auf den Amble One soll ein Amble Two folgen. Mit einer geschlossenen Kabine, um so auch Märkte in kühleren Regionen bedienen zu können. Und auch deshalb, um das Fahrzeug für den ganz normalen Stadtverkehr auszurüsten. Aber was heißt schon normal: In einem Amble – ob One oder Two – dürfte man bei Sonnenschein in Rom oder Rio ebenso gut aussehen wie bei Nieselregen in London oder Lissabon.
Egal wo ein Amble One auftaucht oder vorüberfährt – der Anblick soll die Menschen erfreuen, und dann am besten diesen Gedanken auslösen: „Ich weiß nicht genau, was das ist, aber ich will es haben!“ (cec)
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Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität
Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität
Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität
Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität
Amble One.
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Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität
Amble One.
Photo: Driveamble via Autoren-Union Mobilität