Praxistest Kia K4 1.6 T-GDI: Es geht auch ganz ohne Hybridisierung
23. April 2026 Von Jens Riedel
Mit einer Höhe von 1,44 Metern kommt der K4 relativ flach und optisch entsprechend gestreckt daher. Die auf den ersten Blick gleich groß erscheinenden Vorder- und Hintertüren sowie das durch die seitlichen Finnen steil und kombihaft wirkende Heck verleihen dem Kia eine äußerst eigenständige Silhouette und lassen ihn, wie gesagt, länger erscheinen, als er ist.
Das Lenkrad ist unten wie oben abgeflacht und beherbergt ein Dutzend Bedientasten, die übersichtlich angeordnet sind. Löblich ist der zusätzlich dort (statt in der Mittelkonsole) separat platzierte Drive-Mode-Schalter – da gehört er hin. Dazu kommen elf Tasten in der Mittelkonsole, sodass auf einen Großteil der Funktionen direkt zugegriffen werden kann, ohne sich im Menü des Infotainmentsystems verlieren zu müssen. Sechs Schalter sorgen hier für besonders schnellen Zugriff. Die beiden Bildschirme sind in einem Panoramadisplay zusammengefasst. Beim Blinken wechselt das linke oder rechte digitale Rundinstrument in eine Ansicht der Fahrzeugseite und blendet zusätzlich das Bild des Außenspiegels ins Cockpit ein.
Das Interieur ist an den neuralgischen Stellen mit weichen Materialien ausgekleidet. Die Sitze sind körpergerecht geformt und verfügen über sehr gut anliegende Kopfstützen. Ein wenig ungewöhnlich ist die große Kunststoffverschalung hinter den Vordersitzlehnen, die zudem recht billig wirkt. Sie ist zwar gewöhnungsbedürftig, bietet hinter den Kopfstützen jedoch eine Griffmulde für die Fondpassagiere und erleichtert so den Ein- und Ausstieg hinten. Zudem dürften sich Eltern und Hundebesitzer über die Hartschale freuen, die die Sitzpolster schont.
Die mittlere Leistungsstufe des K4 mobilisiert aus 1,6 Litern Hubraum 150 PS und verzichtet sogar auf jegliche Form der Hybridisierung. Beim Anfahren überrascht der Benziner jedoch mit einem kleinen Turboloch, das man eigentlich längst überwunden glaubte. Die Gänge wechselt das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das auch über einen Sport-Modus verfügt, adäquat. Manuell eingegriffen werden kann allerdings nur über den Wählhebel in der Mittelkonsole. Bis zu 250 Newtonmeter Drehmoment liegen an der Kurbelwelle an. Das reicht, um in etwas mehr als neun Sekunden den Standardsprint zu absolvieren und 205 km/h in der Spitze zu erreichen.
Die Lenkung spricht in allen drei Fahrmodi unmittelbar aus der Mittelstellung heraus präzise an. Zudem gefallen die Feinfühligkeit der Bremsen und das ausreichend komfortabel abgestimmte Fahrwerk. Leider treten ab Autobahnrichtgeschwindigkeit relativ deutliche Windgeräusche im oberen Bereich der A-Säule auf.
Der Aufmerksamkeitsassistent ist überaus wachsam, hält sich zum Glück aber akustisch angenehm zurück. Gleiches gilt für die Anzeige bei Überschreitung des Tempolimits, die sich in einem kleinen blinkenden roten Punkt äußert, der bei korrekter Fahrweise auf dauerhaft Grün wechselt. Zu Tacho und Drehzahlmesser gesellen sich zusätzlich jeweils ein Balkendiagramm ohne Zahlen, deren Informationsgehalt sich nicht so recht erschließen will. Sie wechseln je nach Fahrmodus (Eco, Normal, Sport) die Farbe (Grün, Orange, Rot) sowie ihren Verlauf. Immerhin wird die Sport-Stufe ihrem Namen sowohl akustisch als auch beim Ansprechverhalten von Lenkung und Gaspedal gerecht. Der angegebene Normverbrauch von 6,9 Litern je 100 Kilometer ist im Alltag durchaus erreichbar.
Recht präsent arbeitet der Spurverlassenswarner inklusive Lenkradvibrationen. Vorbei sind allerdings die Zeiten, in denen sich beispielsweise ein Kia Stinger weit über anderthalb Minuten lang ohne Hände am Lenkrad über die Landstraße bewegen ließ. Nun gibt es auch hier nach etwa 20 Sekunden eine entsprechende Warnung. Die Verkehrszeichenerkennung hingegen hat noch Verbesserungspotenzial.
Keine Frage: Kia bringt mit dem K4 frischen Wind in die nicht elektrifizierte Kompaktklasse und hat dabei auch die Kombiklientel nicht vergessen. Auch ohne Hybridisierung geht der Verbrauch in Ordnung. Das gilt ebenso für den Preis. Schade nur, dass lediglich drei Benziner und kein Diesel zur Auswahl stehen. (cec)
Daten Kia K4 1.6 T-GDI Spirit
Länge x Breite x Höhe (m): 4,44 x 1,85 x 1,44
Radstand (m): 2,72
Antrieb: 4-Zyl., Benziner, 1598 ccm, FWD, 7-DCT
Leistung: 110 kW / 150 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500–4000/min
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0–100 km/h: 9,1 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter
CO₂-Emissionen: 155 g/km
Testverbrauch: 6,4–7,3 Liter
Leergewicht / Zuladung: 1487 kg / 453 kg
Kofferraumvolumen: 438–1217 Liter
Anhängelast: 1410 kg
Preis: 35.890 Euro
Testwagenpreis: 38.260 Euro
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Kia K4 1.6 T-GDI.
Photo: Autoren-Union Mobilität
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Kia K4 1.6 T-GDI: Ungewöhnlich ist die großflächige Plastikverschalung an den Rückenlehnen der Vordersitze.
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Kia K4 1.6 T-GDI.
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Kia K4 1.6 T-GDI: Hier durften sich die Designer ausprobieren.
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