Interview Markus Schrick: „Wir wollen der deutscheste Chinese werden“

Markus Schrick ist Geschäftsführer von Xpeng in Deutschland und zugleich Managing Director für die Vertriebsregion Central Europe, zu der Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören. Im Interview mit Guido Borck von der Autoren-Union Mobilität erläutert Schrick unter anderem, wie sich Xpeng von anderen chinesischen Herstellern unterscheidet.

Herr Schrick, worin unterscheidet sich Xpeng im Vergleich zu anderen chinesischen Herstellern?

„Xpeng will der ,deutscheste' aller Chinesen werden. Dabei gelten die deutschen Tugenden: Bescheidenheit, Vertrauen kreieren und die Planungen zwar ehrgeizig, aber realistisch ansetzen. Besonders wichtig sind dabei klare Grundlagen. Dazu gehört ein ausgewähltes und qualitativ starkes Händlernetz. Auch stabile Fahrzeugpreise und verlässliche Restwerte sind wichtig. Ebenso eine gesicherte Ersatzteil- und Serviceversorgung. Und eine hohe Zufriedenheit bei Kunden und Handelspartnern. All das ist verbunden mit realistischen Chancen auf wirtschaftlich erfolgreiche Ergebnisse. Wir wollen vom Kunden nicht als ,einer von den Chinesen' wahrgenommen werden, sondern selbstbewusst als Xpeng. Wichtig auch: Unsere aktuellen Modelle G6, G9 und P7+ werden in Österreich, also aus Europa für Europa, produziert. Und: Wir sind eine reine Elektroautomarke, die 800-Volt-Technologie mit ultraschnellem Aufladen bis zu 525 kW beim G9 Ladepower bietet. Das heißt in zehn Minuten lädt man von 20 auf 80 Prozent. Und charakteristisch für alle Modelle ist die hohe Qualität, eine exzellente Vollausstattung und die Integration fortschrittlicher, autonomer Fahrtechnologien.“

Wie hoch ist der aktuelle Marktanteil von Xpeng und wie sehen die Absatzziele aus?

„Wir sind immer noch ein Start-up, gerade mal anderthalb Jahre in Deutschland am Markt. Aber wir wachsen gesund – haben ehrgeizige, aber realistische Ziele. 2024 sind wir im September mit dem Vertrieb in Deutschland gestartet und hatten am Ende 20 Standorte und 393 Zulassungen. 2025 wurde das Netz auf 50 Standorte ausgebaut und hatten dann auch schon 2991 Zulassungen, plus 661 Prozent. Für 2026 planen wir 110 Standorte und 8000 Zulassungen und perspektivisch für 2027 rund 15.000 Zulassungen.“

Anders als andere chinesische Hersteller setzt Xpeng auf ein traditionelles Händlernetz. Welche Vorteile sehen Sie darin?

„Wir sind überzeugt vom Vertragshändler-System – und der Erfolg gibt uns recht. Elektroauto-affine Händler mit jahrzehntelanger Markterfahrung sind die besten Verkäufer und Servicepartner. Unsere Partner haben im vergangenen Jahr großes Engagement bewiesen und über den geforderten Rahmen hinaus in die Marke investiert. Im laufenden Jahr 2026 wird Xpeng seine Marktposition in Deutschland weiter stärken: durch einen Ausbau seiner Modellpalette und die kontinuierliche Erweiterung des Vertriebsnetzes.“

Was gehört noch zum Aufbau einer neuen Marke in Deutschland?

„Sehr wichtig ist uns in diesem Zusammenhang auch der Aftersales, also Service und Ersatzteilverfügbarkeit im Handel. Wir sind in der glücklichen Situation, ein europäisches Zentrallager in den Niederlanden zu haben. Dort gibt es eine spezielle Bevorratung für Xpeng Deutschland. Das bringt uns dazu, für die meisten Ersatzteile eine Lieferzeit innerhalb von 72 Stunden zu gewährleisten. Wir schaffen derzeit eine Lieferquote von 95 Prozent. Wir haben also schon jetzt eine effektive Ersatzteillogistik sowie ein intelligentes Service-Management-System mit Ferndiagnose und zum Teil Remote-Lösungen. So stellen wir einen umfassenden und kompetenten Service für die Kunden sicher. Wollen da aber noch besser werden mit speziellen Onlinediensten und -angeboten.“

Wie wollen Sie Xpeng in Deutschland dauerhaft etablieren?

„Wir haben die Modelle und die motivierten Partner im Handel, um weiter zu wachsen. Dabei setzen wir auf qualitativ hochwertiges Wachstum und stabile Preise und Restwerte. Genauso geht es uns aber auch darum, Erstaunen zu kreieren, Zuverlässigkeit zu liefern und Vertrauen zu schaffen und so die Marke Xpeng nachhaltig auf dem anspruchsvollen deutschen Markt zu etablieren.“ (cec)


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Bilder zum Artikel

Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

Photo: Xpeng via Autoren-Union Mobilität


Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

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Photo: Xpeng via Autoren-Union Mobilität


Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

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Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

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Xpeng-Geschäftsführer Markus Schrick.

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Xpeng G6.

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Xpeng G9.

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Xpeng P7+.

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Photo: Xpeng via Autoren-Union Mobilität


Xpeng X9.

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Photo: Xpeng via Autoren-Union Mobilität