Fahrbericht BYD Atto 3 Evo: Neustart
20. März 2026 Von Jürfgen Pander
Das wird ab sofort anders. Denn in den kommenden Wochen tritt der gründlich überarbeitete BYD Atto 3 Evo an, der auf einer neuen Plattform basiert und daher mit einem neuen elektrischen Antriebsstrang vorfährt. Damit einher geht ein Wechsel vom bisherigen Front- zum Heckantrieb, zudem ist der Wagen fortan auch mit einer zweiten E-Maschine an der Vorderachse und damit mit Allradantrieb verfügbar. Parallel dazu wurden die E-Maschinen kraftvoller: Die Variante mit Heckantrieb tritt mit einer Leistung von 230 kW (313 PS) an und einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern; die Allradvariante entwickelt bis zu 330 kW (449 PS) Leistung und ein Drehmoment von bis zu 560 Nm. Die Fahrleistungen sind entsprechend üppig, das Allradmodell beschleunigt in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h (RWD: 5,5 Sek., 180 km/h).
Den potenteren Antrieb kombiniert BYD mit einem größeren Akku. Der Energiespeicher hat nun eine Kapazität von 74,8 kWh. Es handelt sich nach wie vor um eine so genannte Blade-Batterie, die in die Karosseriestruktur integriert ist und mit LFP-Zellchemie arbeitet (Lithium-Eisen-Phosphat). Für den Autoalltag bedeutet das nicht nur eine größere Reichweite von bis zu 510 Kilometern nach WLTP-Norm für das Modell mit Heckantrieb (Allrad: 470 km), sondern der Akku kann nun auch am Schnelllader mit bis zu 220 kW Gleichstrom geladen werden – eine Verdoppelung im Vergleich zu bisherigen Ladeleistung.
Bei einer ersten Ausfahrt mit dem BYD Atto 3 Evo machte das Auto einen ausgewogenen, komfortablen und rundum unkomplizierten Eindruck. Der Wagen gleitet sehr ruhig dahin, lässt sich gefühlvoll steuern und reagiert mit Vehemenz auf ein spontan durchgetretenes Fahrpedal. Der Bordcomputer meldete nach unserer Testrunde von etwa 80 Kilometern durch die Stadt, über ein kurzes Stück Autobahn und kurvige Landstraßen bei freundlichem Frühlingswetter und 13 Grad Lufttemperatur einen Durchschnittsverbrauch von 13,2 kWh je 100 Kilometer. BYD gibt als Norm-Verbrauchswerte 16,4 kWh/100 km (Heckantrieb) und 17,8 kWh/100 km (Allradantrieb) an.
Fahrerisch ist der Wagen also im besten Sinne unauffällig. Und in gewisser Weise gilt das auch für den Innenraum, denn BYD hat einige Gimmicks aus dem bisherigen Modell – die das Publikum je nach Perspektive erfreuten oder irritierten – eliminiert. Statt des großen, wie ein Schubhebel in einem Flugzeug gestalteten Wählhebel des Getriebes in der Mittelkonsole gibt es nun einen schlanken Gangwahlhebel am Lenkrad. Der zentrale 15,6 Zoll Touchscreen ist nun nicht mehr drehbar wie bislang, sondern horizontal fixiert; und das mickrige 5-Zoll-Cockpitdisplay wurde durch einen nun 8,8 Zoll großen Bildschirm ersetzt – dessen Anzeigen allerdings immer noch ziemlich klein und damit nicht immer auf Anhieb sofort erkennbar sind.
Verbessert wurde der Alltagsnutzen des Autos. Nicht nur, weil der Wagen nun am Gleichstromanschluss schneller lädt und über eine größere Reichweite verfügt, sondern auch, weil mehr Gepäck eingeladen werden kann. Das Kofferraumvolumen wuchs auf ordentliche 490 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 1360 Liter erweitern. Zudem gibt es erstmals in diesem Modell einen Frunk, also ein Ladefach unter der vorderen Klappe, das 95 Liter fasst.
Was BYD beim neuen Atto 3 Evo beibehält, ist die konsequente All-inclusive-Mentalität: Es gibt zwei Ausstattungslinien („Design“ und „Excellence“), und je nach dem, für welche sich die Kundschaft entscheidet, ist es die Ausführung Heck- (Design) oder mit Allradantrieb (Excellence). Vom Antrieb abgesehen, sind die Unterschiede in der Ausstattung minimal, der Excellence bietet zusätzlich zum ohnehin schon prallen Paket noch ein Panoramaglasdach, beheizbare Fondsitze und ein Head-up-Display. Die Sicherheits- und Assistenzsysteme beider Varianten sind identisch. Was noch anders ist beim neuen Modell sind ein paar geänderte Designlinien, die Front- und Heckleuchten und die Ladeklappe, die von rechts vorne nach rechts hinten verlegt wurde.
Verlegt wurde auch der Preis, und zwar wie zu erwarten nach oben. Laut Liste kostet der BYD Atto 3 Evo mit Heckantrieb 44.990 Euro, das Modell mit Allradantrieb 50.990 Euro. Da jedoch der Hersteller bis auf weiteres einen „E-Bonus“ offeriert – immerhin 10.000 und 11.000 Euro – kann das Auto zumindest vorläufig für 34.990 Euro oder 39.990 Euro (Allradantrieb) geordert werden. Und kommt möglicherweise noch die staatliche Kaufprämie. Was BYD noch bietet für den Wagen, ist ein Garantie aufs Auto von sechs Jahren sowie eine Garantie auf den Akku von acht Jahren. So ausstaffiert, soll der Atto 3 Evo eine attraktive Alternative in der Klasse der Familien-E-Modelle werden. (cec)
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BYD Atto 3 Evo.
Photo: BYD via Autoren-Union Mobilität
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BYD Atto 3 Evo.
Photo: BYD via Autoren-Union Mobilität