Xpeng plant fünf neue Modelle
9. März 2026 Von Guido Borck
Zwar sind die hiesigen Absatzzahlen mit aktuell nur drei Modellen derzeit noch überschaubar, doch die Dynamik verspricht Potenzial. So hat Xpeng im ersten vollen Geschäftsjahr 2025 seinen Absatz hierzulande auf 2991 Fahrzeuge versiebenfacht, ausgehend von einem noch sehr kleinen Volumen 2024. Im Januar dieses Jahres lag der Absatz bereits bei 327 Fahrzeugen und damit dreimal so hoch wie im Vorjahresmonat. Für das Gesamtjahr peilt die Marke nun rund 8000 Neuzulassungen in Deutschland an, was einem Plus von fast 270 Prozent entsprechen würde. Weltweit sieht sich Xpeng inzwischen unter den Top 3 der reinen Elektroauto-Hersteller, 2025 wurden 429.445 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 126 Prozent. Die Marke überschritt zudem die Schwelle von einer Million kumuliert verkaufter Fahrzeuge.
Das volumenstärkste Modell auf dem deutschen Markt war 2025 das Mittelklasse-SUV G6 mit 1664 Einheiten, gefolgt vom größeren G9 mit 1172 Fahrzeugen. Die Sportlimousine P7 blieb mit 155 Zulassungen klar in der Nische. Auffällig ist laut Xpeng, dass Käufer hierzulande überwiegend zu leistungsstarken Allradvarianten mit umfangreicher Ausstattung greifen: Beim G6 entfallen 55 Prozent der Verkäufe auf die Topversion Performance und 40 Prozent auf die Long-Range-Variante, beim G9 entscheiden sich sogar 75 Prozent der Kunden für die stärkste Ausführung. Dies deutet darauf hin, dass Xpeng in Deutschland vor allem anspruchsvolle, technikaffine E-Auto-Käufer anspricht, für die Reichweite, Komfort und Fahrleistung wichtiger sind als ein möglichst niedriger Einstiegspreis.
Anders als einige Wettbewerber setzt Xpeng hierzulande konsequent auf klassische Vertragshändler. Deren Zahl wurde im vergangenen Jahr von 20 auf 50 Standorte ausgebaut, für 2026 ist eine Erweiterung auf 110 Partnerbetriebe geplant. „Wir sind überzeugt vom Vertragshändler-System – und der Erfolg gibt uns recht“, betont Markus Schrick, Geschäftsführer der Vertriebsregion Central Europe. „Elektroauto-affine Händler mit jahrzehntelanger Markterfahrung sind die besten Verkäufer und Servicepartner. Unsere Partner haben im vergangenen Jahr großes Engagement bewiesen und über den geforderten Rahmen hinaus in die Marke investiert.“ Ziel sei es, „die weißen Flecken auf der Landkarte“ zu schließen, bundesweit sichtbarer zu werden und zugleich hohe Qualität im Handel sowie eine zuverlässige Ersatzteilversorgung sicherzustellen, so Schrick weiter. Daher sollen bereits im ersten Quartal sechs neue Standorte in Deutschland eröffnet werden. Zudem wird in Hamburg der erste Xpeng City-Store entstehen.
Für das laufende Jahr kündigt Xpeng gleich fünf neue Modelle für den deutschen Markt an. Flaggschiff der Neuheiten ist die bereits vorgestellte Fastback-Limousine P7+, die als erstes „KI-definiertes“ Fahrzeug der Marke mit 800-Volt-Architektur, 446 kW Ladeleistung und entsprechend kurzen Ladezeiten positioniert wird und ab 46.600 Euro bestellbar ist. Im Juni folgt der siebensitzige Van X9, ein groß dimensioniertes MPV mit 800-Volt-Technik, Allradlenkung und Luftfederung, das Xpeng klar als komfortorientierten „Raumgleiter“ beschreibt. Ergänzend sind eine sechs- und eine siebensitzige Version des G9 sowie zwei weitere, noch nicht im Detail vorgestellte kleinere SUV-Modelle geplant, mit denen sich die Chinesen neue Segmente erschließen wollen.
Angetrieben von der erweiterten Modellpalette und dem dichter geknüpften Händlernetz will Xpeng seine Präsenz auf dem anspruchsvollen deutschen Markt deutlich schärfen. „Wir planen ehrgeizig, aber realistisch“, sagt Markus Schrick mit Blick auf die Zielmarke von 8000 Neuzulassungen. Dabei gehe es nicht nur um Stückzahlen, sondern um „qualitativ hochwertiges Wachstum und stabile Preise und Restwerte“. „Genauso geht es uns aber auch darum, Erstaunen zu kreieren, Zuverlässigkeit zu liefern und Vertrauen zu schaffen – und so die Marke Xpeng nachhaltig auf dem anspruchsvollen deutschen Markt zu etablieren“, betont Schrick. (aum)
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