Wortklauberei (62): Bullshit
20. Januar 2026 Von Peter Schwerdtmann
Niemanden wundert es, dass Politik, Hersteller, Händler und Käufer den Schritt gut finden. Und die Experten kennen aus der Diskussion im Vorfeld die komplette Argumentation des für und wider. Doch statt die Chance zu nutzen, die Dinge einzuordnen, wird nach ablehnenden Zitaten gesucht, wie den Ausruf einer linken Bundestagsabgeordneten: „Bullshit“ – damit werde nur der Verbrenner subventioniert.
Jetzt beginnt die Stunde der Wissenden. Denn der Vorwurf traf die Plug-in-Hybride, also die Autos mit Fahrbatterie, die auch vom Verbrenner an Bord angetrieben werden können, wenn die Batterie am Ende ist. Die haben dann dasselbe Problem wie der Fahrer eines rein batterieelektrischen Autos. Sie müssen eine Ladesäule suchen. Die muss frei sein und sollte keine Mondpreise aufrufen. Aber im Gegensatz zum Batterie-Auto kann der Mensch im Plug-in auch bei leerer Batterien weiterfahren, was manche sinnvoll finden.
Der Mensch im Plug-in kann seine elektrischen Möglichkeiten erst wieder nach der nächsten Ladesäule oder Wallbox ausnutzen. Dann aber fährt er rund 100 Kilometer mit elektrischer Energie. Es hängt also nicht von der Technologie, sondern vom Fahrprofil, dem Druck aufs Fahrpedal wie auch der Ladewillig- und -möglichkeit des Fahrers ab, wie sehr ein Plug-in-Antrieb den Klimazielen nutzt.
Die passende Einordnung hätte also zu dem Ergebnis kommen können: Alles, was so lange wie möglich mit Strom fährt, bringt uns dem Ziel näher. Also sorgt für mehr Ladepunkte. Das wäre dann kein Bullshit. Aber diese Aussage konnte von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden. (cec)
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