Mit Corsa GSE Vision Gran Turismo rollt Opel in virtuelle Welten
28. September 2025 Von Walther Wuttke
Der stärkste aller Corsa hatte jetzt seinen ersten Auftritt bei der Gran Turismo-Serie in Berlin, und in dieser, von virtuellen PS-starken Boliden mit Verbrennungsmotoren geprägten Umgebung ist der vollelektrische Opel eine Ausnahmeerscheinung, auch wenn seine technischen Daten es durchaus mit den Mitbewerbern aufnehmen können. Die beiden Elektromotoren leisten 588 kW (800 PS), und beschleunigen den visionären Cosa in zwei Sekunden von Null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 320 km/h erreicht. Die Leistung lässt sich über eine „Boost-Funktion“ vier Sekunden lang um 59 kW (80 PS) steigern. Danach muss der Konsolen-Pilot 80 Sekunden lang warten, bis die zusätzliche Leistung wieder abgerufen werden kann.
„Mit unserem Concept Car haben wir zum ersten Mal den Schritt gemacht, über eine klassische physische Studie in die digitale Welt einzusteigen. Uns war es dabei besonders wichtig, dass dieses Konzept, das auch die Zukunft der GSE-Linie und das künftige Design verkörpert, für unsere Fans weltweit zugänglich ist. Das ist bei einem konventionellen Concept Car nicht möglich, weil es eine einmalige Erscheinung ist. Deshalb haben wir den Corsa GSE Vision gemeinsam mit und für Gran Turismo entwickelt,“ erklärt Opel-Chef Florian Hüttl bei der zweiten Runde der Gran Turismo World Series in Berlin.
In dieser globalen virtuellen Rennserie kämpfen die besten Konsolen-Piloten in verschiedenen Kategorien um die Weltmeisterschaft. Nach dem Auftakt in London und der zweiten Station in Berlin folgen noch Wettbewerbe in Los Angeles und das große Finale im japanischen Fukuoka. Die Wettbewerbe in der Berliner Uber-Eats-Arena waren komplett ausverkauft, und rund 1200 Zuschauer wollten die Piloten und Pilotinnen bei ihren Rennen beobachten. Insgesamt umfasst die Serie rund 1,3 Millionen Teilnehmer, die sich über die verschiedenen Kategorien bis an die Spitze fahren können.
Diese Bühne nutzt nun auch Opel. „Zusammen mit dem Team von Gran Turismo haben wir das Konzept entwickelt und gleichzeitig die Grenzen der Plattform ausgetestet. Für uns ist das ein großer Schritt nach vorn, weil wir so auch unsere Vorstellung, wie der neue Corsa in einer GSE-Version aussehen könnte, einem großen Publikum zeigen können“, blickt Hüttl nach vorne.
Gleichzeitig ermöglicht die Verbindung zu der millionenfach genutzten Gran Turismo Serie, eine neue und vor allem jugendlichere Kundschaft für die Marke Opel zu interessieren. „Opel hat in seiner 126-jährigen Geschichte immer wieder mit besonders sportlichen Modellen für Aufsehen gesorgt. Heute sind wir als einziger Hersteller mit dem Corsa Electric im Elektro-Rallyesport unterwegs. Wir wissen, dass sich jüngere Zielgruppen überdurchschnittlich für die Emotionen beim Fahren in Kleinwagen interessieren. Daher war es für uns nur logisch, den Corsa GSE Vision Gran Turismo für diese Gruppe erlebbar zu machen. Wir sind sicher, dass wir damit neue Kunden für die Marke erreichen können“, so Hüttl.
Die Entwicklung des schnellsten Corsa aller Zeiten begann in Rüsselsheim vor rund anderthalb Jahren. Damals entstand eine eigene, rund zehn Köpfe starke Gruppe aus dem Marketing, Design und Entwicklung, die eine Aufgabe lösen sollte. „Wie können wir die Menschen begeistern, und wie können wir auf der IAA die nächsten Schritte von Opel zeigen“, blickt Hüttl zurück. „Wir wollten zugänglich sein und haben deshalb den Corsa gewählt, und wollten außerdem zeigen, was in der absehbaren Zukunft Realität werden soll und die nächste Designgeneration vorstellen.“
So stand das Team vor einer entscheidenden Frage: Warum ein Modell ausschließlich für die digitale Welt oder die physische Welt entwickeln. Am Ende wurden die beiden Welten zusammengeführt zu einer sogenannten phygitalen Entwicklung, also die Kombination aus digital und physisch. Bei der Wahl des Modells für die Gran Turismo-Serie hätte Opel auch auf den legendären Manta zurückgreifen können, doch „wir wollten etwas zeigen, das bald Realität werden kann und in dem sich jeder wiederfinden kann. Und das ist nun mal der Corsa, der seit mehr als 40 Jahren Mobilität für alle zugänglich gemacht hat.“
Als Basis wählten die Entwickler die Plattform STLA Small des Stellantis-Konzerns, die aktuell für die neue Kleinwagen-Generation der verschiedenen Marken entsteht. Sie wird auch der neue Corsa nutzen, dessen Entwicklung gerade begonnen hat. Die nächste Generation des seit 40 Jahren produzierten Bestsellers, von dem bisher mehr als 15 Millionen Exemplare entstanden, wird als vollelektrisches Modell in einigen Jahren des Jahrzehnts auf den Markt rollen. Allerdings hält sich Opel noch eine Hintertür offen. Bei entsprechender Nachfrage kann der Verbrenner-Corsa mit Hybridantriebstechnik weiter von den Bändern rollen. Der nächste Corsa mit E-Antrieb soll deutlich preiswerter werden als das aktuelle Modell, das für mindestens 29.990 Euro bei den freundlichen Opel-Händlern steht. „Für den neuen elektrischen Corsa“, verspricht Hüttl, „streben wir einen Preis von 25.000 Euro an.“
Der Corsa mit der scheinbar endlos langen Typenbezeichnung ist allerdings weit mehr als ein Marketing-Werkzeug, um eine Kundschaft anzusprechen, die weder Opel oder die Elektromobilität im Visier hat. Viele Designelemente des GSE-Vision werden sich auch in der Serienversion des Kleinwagens wiederfinden. „Die Studie ist ein klarer Ausblick auf den nächsten Corsa. In dem Concept Car finden sich viele Elemente, die den nächsten Corsa ausmachen werden“, blickt Hüttl in die Zukunft. Dazu gehört die Frontpartie mit dem sogenannten Vizor, der bei der Studie wesentlich schmaler und prägnanter ausfällt als bisher und vom legendären Opel Manta aus den 1960er Jahren beeinflusst wurde. Auch das Design der Scheinwerfer wird so vom kommenden Serienmodell übernommen werden. Auch die ausgestellten Kotflügel, die schon die erste Generation des Modells auszeichnete, wird in abgemildeter Form in der Serie aufgenommen werden. „Auch der Innenraum wird wesentlich aufgeräumter sein“, erklärt Hüttl.
Mit der nächsten Corsa-Generation plant Opel auch dank der neuentwickelten Plattform-Architektur die Preisgleichheit von Verbrennertechnik und Elektroantrieb zu erreichen. „Das neue Elektromodell soll nicht mehr kosten als ein Corsa mit Hybridantrieb und Automatik“, plant Hüttl. Und: „Wir werden weiter in die Elektromobilität investieren, um die Modelle bezahlbar zu machen.“ (aum)
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Kazunori Yamauchi, Entwickler von Gran Turismo, und Opel-Chef Florian Hüttl mit dem Corsa GSE Vision Gran Turismo bei der Gran Turismo Serie in Berlin.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo beim Gran Turismo-Event in Berlin.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo im Videospiel Gran Turismo 7.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo beim Gran Turismo-Event in Berlin.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo im Videospiel Gran Turismo 7.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo im Videospiel Gran Turismo 7.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität
Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo im Videospiel Gran Turismo 7.
Photo: Opel via Autoren-Union Mobilität