Im Rückspiegel: Mit diesem Auto fuhr der „King of Cool“ zur Kirche
25. September 2025 Von Jürgen Pander
In Hershey, der Stadt im US-Staat Pennsylvania, die wegen der gleichnamigen, dort ansässigen Schokoladenfabrik auch „Chocolatetown“ genannt wird, gibt es Anfang Oktober auch für Automobil-Enthusiasten etliche Gründe zum Dahinschmelzen. Genau genommen sind es 146, denn so viele Automobile werden dort unter den Hammer kommen. Darunter auch ein Hudson Wasp von 1952. Das gedrungene Auto mit der eleganten Dachlinie trägt einen Reihen-Sechszylindermotor mit 4,3 Liter Hubraum und einer Leistung von knapp 130 PS unter der Haube. Außerdem ist als Sonderausstattung ein „Hydra-Matic-Drive“-Automatikgetriebe verbaut. Serienmäßig gab es dagegen schon damals ein beleuchtetes Hudson-Markenlogo auf dem chromblinkenden Kühlergrill.
Die Hudson Motor Car Company aus Detroit, 1909 gegründet und 1954 durch den Zusammenschluss mit dem Hersteller Nash-Kelvinator zur American Motors Corporation (AMC) fusioniert, hatte Anfang der Fünfzigerjahre einen sportlichen Lauf: Dreimal in Folge gewannen Hudson-Modelle den NASCAR-Titel (1951, '52 und '53).
Möglicherweise trugen auch diese Erfolge auf den Rennstrecken dazu bei, die Aufmerksamkeit des motorsportbegeisterten Steve McQueen zu wecken. Jedenfalls kaufte McQueen, dessen Schauspielkarriere damals gerade erst begann, einen Hudson Wasp. Und zwar in der coupéartigen, zweitürigen Brougham-Karosserievariante. McQueen fuhr den bildschönen, 5,14 Meter langen Wagen bis zu seinem Tod 1980. „Wir unternahmen mit dem Auto oft Spritztouren rund um Santa Paula“, sagte McQueens Witwe Barbara Minty, als der Wagen erstmals versteigert wurde. Das war 1984, als große Teile seines Besitzes verkauft wurden. Im November 2006 dann erwarb das Petersen Automotive Museum in Los Angeles das Auto, wo es fortan Teil der Ausstellung war und an den Auto-, Motorrad- und Motorsport-Fan Steve McQueen erinnerte.
Jetzt also soll der Wagen abermals den Besitzer wechseln. Nach wie vor macht das Auto einen gepflegten Eindruck. Kein Wunder, der Meilenzähler zeigt lediglich 63.537 Meilen an – ein Klacks für einen Wagen, der bereits 73 Jahre auf dem elegant gerundeten Buckel hat. Obwohl Steve McQueen in seinem Leben zahlreiche Luxus-Sportwagen von Ferrari, Porsche oder Jaguar fuhr und besaß, blieb er doch dem vergleichsweise bescheidenen Hudson Wasp stets treu. Vielleicht lag es am zeitlos geschmeidigen Styling der Karosserie, vielleicht am seidig brabbelnden Sechszylinder – oder möglicherweise am coolen Gesamteindruck, den das Auto noch heute macht. Als wäre es maßgeschneidert worden für den „King of Cool“.
Das Auktionshaus RM Sotheby's erwartet für den Hudson Wasp, der einst Steve McQueen gehörte, den Zuschlag bei einem Gebot zwischen 40.000 und 60.000 US-Dollar. (aum)
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Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
Photo: RM Sotheby's via Autoren-Union Mobilität
Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
Photo: RM Sotheby's via Autoren-Union Mobilität
Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
Photo: RM Sotheby's via Autoren-Union Mobilität
Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
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Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
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Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
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Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
Photo: RM Sotheby's via Autoren-Union Mobilität
Hudson Wasp, Baujahr 1952, von Steve McQueen.
Photo: RM Sotheby's via Autoren-Union Mobilität